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Wasserstoff in der Praxis: Eigene H₂-Tankstelle bei sera

Hydrogen 28.01.2026

Die Herausforderung

Im Werk Immenhausen wollte sera die eigene Intralogistik und Teile der Fahrzeugflotte perspektivisch emissionsfrei betreiben. Batteriebetriebene Flurförderzeuge stoßen dabei im Mehrschichtbetrieb durch lange Ladezeiten und sinkende Leistung bei Kälte an Grenzen. Verbrennerfahrzeuge sind für den Einsatz in Hallen aus Emissions- und Lärmgründen ungeeignet. Gleichzeitig fehlte eine geeignete Wasserstoff-Infrastruktur, um Fahrzeuge flexibel und schnell zu betanken. Gesucht war eine praxistaugliche Lösung, um Wasserstoffmobilität unter realen Betriebsbedingungen zu testen.

Die sera Lösung

Auf dem Betriebsgelände in Immenhausen wurde eine eigene Wasserstofftankstelle aufgebaut. Der Wasserstoff wird in Flaschenbündeln angeliefert, in einem 20-ft-Container gespeichert und mit einem Kompaktmembranverdichter auf den erforderlichen Druck verdichtet. Ein Dispenser in unmittelbarer Nähe ermöglicht die Betankung der Fahrzeuge, die über eine Datenschnittstelle mit der Tankstellensteuerung kommunizieren. Aktuell steht eine 70-MPa-Füllkupplung für das betriebseigene Wasserstofffahrzeug zur Verfügung, eine 35-MPa-Erweiterung für Flurförderzeuge ist vorbereitet. Die Anlage ist so ausgelegt, dass später auch grüner Wasserstoff und neue Verdichtergenerationen integriert werden können.

Nutzen

  • Emissionsfreie Betankung von Fahrzeugen direkt auf dem Werksgelände
  • Kurze Betankungszeiten statt langer Ladezyklen
  • Realbetriebserfahrung mit Wasserstoffinfrastruktur und -logistik
  • Technische Basis für die schrittweise Umstellung der Intralogistik

Fazit

Die eigene H₂-Tankstelle in Immenhausen dient als praxisnahes Testfeld für Wasserstoffmobilität und zeigt, wie sich emissionsfreie Intralogistik realistisch umsetzen lässt.