Natronlaugeversorgung auf 25 m²: neues System für die Kulmbacher Brauerei
Die Herausforderung
Die Kulmbacher Brauerei AG hat ihre zentrale Natronlaugeversorgung am Standort Kulmbach vollständig erneuert. Die bestehende Anlage konnte aufgrund veränderter betrieblicher Rahmenbedingungen nicht weiter genutzt werden. Dabei ging es nicht nur um einen neuen Lagertank: Tankwagenannahme, Lagerung, Verdünnung und Versorgung der angeschlossenen Verbraucher sollten als zusammenhängendes System geplant und umgesetzt werden. Eine besondere Herausforderung waren die räumlichen Bedingungen: Für das gesamte System standen lediglich rund 25 m² Grundfläche zur Verfügung. Am Standort werden jährlich Mengen konzentrierter Natronlauge verarbeitet, die rund 30 Tankwagenlieferungen entsprechen. Angeliefert wird die Chemikalie als 50-prozentiges Konzentrat und anschließend vor Ort auf die benötigte Anwendungskonzentration verdünnt.
Die sera Lösung
Gemeinsam mit der Kulmbacher Brauerei entwickelte sera ein Anlagenkonzept, das die einzelnen Prozessschritte der Natronlaugeversorgung miteinander verbindet. Die Anlieferung erfolgt über einen Annahmeschrank im Außenbereich. Von dort führt eine Rohrleitung zu einem 35-m³-Lagertank im Gebäude. Da konzentrierte Natronlauge bei niedrigen Temperaturen zur Kristallisation neigt, ist die außenliegende Rohrleitung isoliert und mit einer Begleitheizung ausgestattet. Auch für den Lagertank wurde eine Beheizung vorgesehen. Dafür kann vorhandenes warmes Prozesswasser genutzt werden. Der Lagertank aus Polyethylen steht in einer Auffangwanne und verfügt unter anderem über Messsonden zur Füllstandserfassung und Überfüllsicherung.
Vom Lagertank gelangt die konzentrierte Natronlauge zur Verdünnstation. Dort wird sie unter Zugabe von Wasser auf die für den Betrieb vorgesehene Konzentration eingestellt. Eine sera Dosierpumpe vom Typ RF410.2-900e entnimmt das Konzentrat über eine Sauglanze von oben aus dem rund 5,5 Meter hohen Lagertank. Eine automatische Hebeeinrichtung unterstützt den Ansaugvorgang. Die verdünnte Natronlauge wird anschließend in einem 5-m³-Tagesvorratsbehälter bereitgestellt. Bei Unterschreiten eines definierten Füllstands wird automatisiert weitere Lösung erzeugt. Von dort werden verschiedene Verbraucher der Brauerei versorgt, darunter CIP-Anlagen, die Keg-Anlage und die Flaschenabfüllung. Die Kommunikation zwischen den einzelnen Anlagenteilen erfolgt über eine SPS-Steuerung.
Eine besondere Herausforderung war die Einbringung des Lagertanks. Mit einer Höhe von rund 5,5 Metern und einem Durchmesser von 3,5 Metern musste der Tank liegend auf Schwerlastrollen in das Gebäude eingebracht und erst dort aufgerichtet werden. Aus seinen Abmessungen ergibt sich eine Diagonale von rund 6,5 Metern. Zwischen den Stahlträgern der Deckenkonstruktion standen an der betreffenden Stelle lediglich rund 6,55 Meter Raumhöhe zur Verfügung. Die Aufrichtung und Positionierung erforderte daher eine genaue Abstimmung der beteiligten Gewerke.
Nach der Beauftragung im September 2025 folgten Planung, Fertigung und Montage. Teile der Rohrleitungsarbeiten im Außenbereich verzögerten sich witterungsbedingt während der Wintermonate. Nach Einbringung und Anschluss der mechanischen sowie steuerungstechnischen Komponenten erfolgte die Umschaltung von der bestehenden auf die neue Natronlaugeversorgung im laufenden Brauereibetrieb. Im März 2026 konnte die Anlage abgenommen werden.
sera übernahm im Projekt die Planung und Umsetzung des Gesamtsystems – von der Tankwagenannahme über Lagerung und Verdünnung bis zur Einbindung der angeschlossenen Verbraucher. Zum Projektumfang gehörten außerdem die mechanische und elektrische Einbindung, die Verrohrung, die Inbetriebnahme sowie die Schulung des Bedienpersonals.
Der Kundennutzen
- Zentrale Versorgung verschiedener betrieblicher Verbraucher
- 35-m³-Lagertank für konzentrierte Natronlauge
- Automatisierte Verdünnung auf die vorgesehene Anwendungskonzentration
- 5-m³-Tagesvorratsbehälter
- Automatisierte Kommunikation der Anlagenkomponenten
- Planung, Installation, Inbetriebnahme und Schulung innerhalb eines Projekts
Fazit
Mit der neuen zentralen Natronlaugeversorgung sind Tankwagenannahme, Lagerung, Verdünnung und Versorgung der angeschlossenen Verbraucher technisch miteinander verbunden. Das Projekt zeigt, wie sich eine zentrale Chemikalienversorgung auch bei begrenztem Platz und anspruchsvollen baulichen Rahmenbedingungen in bestehende Produktionsstrukturen integrieren lässt.