Power-to-Gas in der Praxis: Wasserstoff für kommunale Mobilität
1. Die Herausforderung
Die Kommune Sonneberg wollte erneuerbare Energie lokal speichern und gleichzeitig emissionsfreie Mobilität ermöglichen. Dafür musste Wasserstoff dezentral erzeugt, gespeichert und für Fahrzeuge verfügbar gemacht werden. Klassische Lösungen hätten entweder nur den Stromüberschuss genutzt oder nur die Betankung ermöglicht – nicht beides in einem integrierten System. Zusätzlich sollte der entstehende Sauerstoff sinnvoll in der Kläranlage genutzt werden. Gesucht war also eine technisch saubere Lösung für echte Sektorenkopplung unter realen Betriebsbedingungen.
2. Die sera Lösung
Im Rahmen des LocalHy-Projekts wurde auf der Kläranlage Sonneberg ein Power-to-Gas-System aufgebaut, das erneuerbaren Strom per Druckelektrolyse in Wasserstoff und Sauerstoff umwandelt. Der Wasserstoff wird vor Ort gespeichert und über eine Wasserstofftankstelle von sera Hydrogen für kommunale Fahrzeuge bereitgestellt. Für die Verdichtung kommt ein trockenlaufender Kolbenkompressor mit elektro-hydrostatischem Antrieb zum Einsatz, der Wasserstoff bis zu 1.000 bar verdichtet. Das System ist so ausgelegt, dass keine Kontamination des Gases entsteht und die hohen Reinheitsanforderungen der Fahrzeughersteller eingehalten werden. Der bei der Elektrolyse entstehende Sauerstoff wird in der biologischen Reinigungsstufe der Kläranlage genutzt und verbessert dort den Prozess.
3. Der Kundennutzen
- Lokale Nutzung von überschüssigem Ökostrom durch Umwandlung in Wasserstoff
- Emissionsfreie Betankung von sechs kommunalen Fahrzeugen direkt vor Ort
- Zusätzlicher Nutzen des Sauerstoffs in der Abwasserreinigung
- Praxisnachweis für funktionierende Sektorenkopplung in kommunaler Infrastruktur
4. Kurzfazit
Das Projekt in Sonneberg zeigt, wie sich Wasserstofferzeugung, Energiespeicherung und Mobilität in einem integrierten System sinnvoll verbinden lassen.